Ahlan wa sahlan*
*Herzlich Willkommen
Beirut ist uns Dank einer liberalen Wirtschaftspolitik und einem guten Schutz des Eigentums aus früheren Zeiten als der wichtigste Wirtschaftsraum des Nahen Ostens in Erinnerung. Neben der wirtschaftlichen Blüte war die Stadt aufgrund der guten Bildung ihrer Bewohner und der Pressefreiheit auch die führende Kultur- und Medienstadt in der Region. In ihr waren sowohl Moslems wie auch Christen heimisch. Mit dem libanesischen Bürgerkrieg kam es in der Stadt zu heftigen Kämpfen. Es bildeten sich in Beirut mehrere Demarkationslinien. Trotz internationalen Eingreifens gelang es jedoch keiner Schutzmacht längerfristig Frieden in die Stadt zu bringen. Erst mit dem Abkommen von Ta'if im Jahr 1990 kam der Durchbruch im Friedensprozess.
Nach dem Krieg begann der Multimilliardär, Bauunternehmer und spätere Ministerpräsident des Libanons Rafik Hariri ein gewaltiges Wiederaufbauprojekt zu initiieren. Zur Durchführung des Wiederaufbaus wurde eine private Wiederaufbaugesellschaft namens Solidere gegründet. Das kompromisslose und drastische Vorgehen Hariris und Solideres führten allerdings zur heftigen Kritik.
Die Arbeit analysiert den Prozess der politischen Konfliktlösung in Beirut. Es wurden die Hintergründe untersucht, die zum Krieg, zu seiner Beendigung und zum Wiederaufbau des Beiruter Stadtzentrums führten. Dabei wurden verschiedene Aspekte berücksichtigt: Die religiöse Koexistenz im Libanon und insbesondere in Beirut, die Situation in der Stadt vor dem Krieg, während des Krieges und zur Zeit des Wiederaufbaus. Daneben ging die Arbeit auf die öffentliche Diskussion während des Wiederaufbaus und dessen Durchführung ein. Ebenfalls erfolgte eine Untersuchung der bisherigen und möglichen zukünftigen Entwicklung des Wiederaufbaus. Daneben ging die Arbeit der Frage nach, ob das Projekt Modellcharakter für eine Region hat, die im Krieg zerstört worden ist und ihren Wiederaufbau vorantreibt.
Fabian Würtz
Februar, 2004
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